Trailläufe im Erzgebirge 2026
Wo dieses Jahr auf der böhmischen und der sächsischen Seite gelaufen wird. Zehn Geländeläufe von Ende April bis Oktober — und die Grenze spielt dabei nur eine kleine Rolle.
Das Erzgebirge zeigt in der Saison zwei Gesichter.
Das Erzgebirge hat in der Laufsaison zwei Gesichter, und welches man erwischt, entscheidet vor allem das Wetter. An einem Wochenende wälzt sich der Nebel vom Klínovec (Keilberg) und man läuft im Regen bergauf, ein paar Wochen später steht heiße Luft über den Kämmen und auf den Singletrails am Rabenberg staubt es hinter den Läufern. In den Bergen schlägt das Wetter schnell um — dieselbe Strecke kann sich von Frühjahr bis Herbst jedes Mal anders anfühlen. Wer mehrere Rennen hintereinander plant, läuft fast jedes Mal einen etwas anderen Lauf.
Die Saison zieht sich von Ende April bis etwa Oktober, und die Grenze spielt dabei nur eine kleine Rolle. Aus der Gegend um Karlsbad und Sokolov ist es zu manchen sächsischen Startlinien näher als zu den großen tschechischen Rennen — und den Fichtelberg, auf den zwei von ihnen führen, sieht man bei gutem Wetter von der böhmischen Seite mit bloßem Auge. Diese Auswahl folgt einer Linie: nur Laufen im Gelände, keine Hindernis- oder Kombinationsrennen.
Die ganze Saison auf einer Achse.
April → Oktober 2026
26. 4.E2 Lesná
31. 5.E3 Potůčky
28. 6.E4 Fojtovice
19. 7.E5 Moldava
2. 8.E6 Stříbrná
23. 8.
Die Zeitachse entfaltet sich am besten auf einem breiteren Bildschirm — unten finden Sie alle Rennen nach Datum sortiert.
Das ist keine Liste zum Abhaken in einer einzigen Saison. Suchen Sie sich lieber ein Heimrennen aus — und legen Sie eines jenseits der Grenze dazu.
Ein Kamm, zwei Seiten, ein gemeinsamer Gipfel.
Kurze Crossläufe, Berge und ein Ultratrail im Oktober.
Běh na Mědník
Die sechzehnte Auflage dieses Berglaufs eröffnet die Saison schon Ende April. Von Klášterec nad Ohří führt die Strecke über achteinhalb Kilometer und sechshundert Höhenmeter, größtenteils auf Waldpfaden, hinauf auf den Mědník (Kupferhübel) über Měděnec — einen markanten Kegelberg, unter dem seit jeher Kupfererz abgebaut wurde.
Běžím Krušnohořím
Auf der böhmischen Seite eröffnet keine einzelne Veranstaltung die Saison, sondern eine Serie. Die Wanderserie aus sechs Etappen zieht von Ende April bis August durch sechs Erzgebirgsorte und fühlt sich eher wie ein Wochenendtreffen unter Freunden an als wie ein Rennen, von dem man nach dem Zieleinlauf gleich nach Hause verschwindet.
Wer schon einmal früh am Start war, kennt das Bild: voller Parkplatz, Zelte, Anhänger mit Hundeboxen und eine Wiese vor dem Wirtshaus, von der gegen acht Uhr die ersten Canicross-Gespanne loslaufen. Canicross ist hier kein Anhängsel — es hat eigene Kategorien und oft mehr Teilnehmer als der klassische Lauf. Daneben gibt es eine längere Erlebnisstrecke, die nach Karte gelaufen wird: Die Route ist nicht markiert, den Weg sucht man sich selbst.
Ressl Kros Run
Anfang Juni steuert ein Crosslauf über der Stadt Most seinen Teil bei. Die neunte Auflage führt über die Wege und Pfade des Ressl, gestartet wird um 9:55 am ehemaligen Amphitheater. Es ist kein Bergrennen mit tausend Höhenmetern, und niemand verkauft es als eines — sondern ein ehrlicher Juni-Cross im Vorland und eine gute Art, in die Saison hineinzulaufen, bevor später die Berge kommen.
Běhej lesy Klínovec
Der Bergtrail aus der bekannten tschechischen Laufserie startet ungewöhnlich: oben. Man trifft sich unten, fährt mit der Seilbahn auf den Gipfel und läuft erst von dort los. Der Veranstalter wirbt mit einem „negativen Profil“ — alle Strecken haben am Ende mehr Abstieg als Anstieg (die lange rund −250 m). Nur bergab geht es deshalb trotzdem nicht: Nach den Abfahrten kommen gezogene Anstiege, dazwischen kurze Zwischensprints und ein Schlusssprint ins Ziel.
Die dritte Auflage im vergangenen Jahr zeigte, worum es bei diesem Rennen geht. Statt Sommerhitze kamen Regen, Nebel und Wind — und trotzdem reisten 1763 Läufer nach Loučná pod Klínovcem an; die lange Dreiundzwanzig, eine der härtesten der Serie, nahmen 471 von ihnen in Angriff. Aufgeweichte Wege, durchnässte Shirts und im Ziel umso ehrlichere Gesichter.
7 pohoří Krušné hory
Vom Náměstí Míru in Abertamy geht es um elf Uhr los — in eine der am wenigsten bekannten Ecken des Gebirges. Die Strecke haben Mitglieder des örtlichen Bergrettungsdienstes ausgearbeitet: von Abertamy durch den Wald zur aufgelassenen Grube Eva, auf den Jelení vrch und zur Schweizer Hütte am Plešivec (Pleßberg), hinunter nach Merklín, durch die ehemalige Siedlung Kaff und am Skigebiet vorbei zurück. Gelaufen wird durch eine Bergbaulandschaft des UNESCO-Welterbes, zwischen Schächten und Siedlungen, von denen nur die Namen geblieben sind.
Der acht Kilometer lange Kari Traa RUN ist nur für Frauen ausgeschrieben, die zum ersten Mal einen Lauf im Bergterrain ausprobieren möchten — 220 Höhenmeter, kein Zeitdruck, Limit vier Stunden. Den Sanitätsdienst an der Strecke stellen dieselben Leute, die die Route gebaut haben.
Abertamský kros
Die dreißigste Auflage des Crosslaufs von Abertamy beschließt den Sommer in rund neunhundert Metern Höhe. Die Strecken über 6,5, 5 und 4 Kilometer führen über Feld- und Waldwege rund um Abertamy, das Läuferlager liegt im Areal TS Abertamy.
MUTR
MUTR verpasst der böhmischen Seite ein Ultra-Finale im Oktober. Gestartet wird auf der Wiese unter dem Bouřňák (Stürmer), und die Läufer wählen zwischen einem Fünfziger mit der vollen Ladung Kammwege und einer kürzeren Sechzehn, die trotzdem ein echter Bergtraillauf bleibt. Neben dem Rennen selbst lohnt ein Blick aufs Drumherum: Die Hütte Cepín, eine Fanzone, ein Kinderprogramm und die Verpflegungsstellen machen aus MUTR eher ein ganztägiges Bergtreffen als nur Startnummer und Zielzeit.
Ein langer Ultra und kurze, aber gnadenlose Anstiege.
Klingenthaler 3-Arena-Trail
Ein Berglauf rund um die Schanzenanlage der Vogtland Arena, fünf Kilometer hinter der Grenze bei Kraslice. Der einundzwanzigste Sparkassen-Vogtlandlauf hat ein schön gestaffeltes Programm: Kinderläufe, eine sportliche Sechs, 10,5 km und dazu die anspruchsvolle Vierundzwanzig; für Geher ist Nordic Walking ausgeschrieben. Die Strecken verlaufen an den Hängen unter den Schanzen — die Silhouette des Schanzenturms hat man also den ganzen Lauf über dem Kopf. Für Läufer aus dem Raum Sokolov eines der am leichtesten erreichbaren Rennen jenseits der Grenze: morgens Start, nachmittags wieder zu Hause.
SachsenTrail Erzgebirge
Die schmalen Wald-Singletrails im Trailcenter Rabenberg gehören sonst den Mountainbikern, doch einmal im Jahr übernehmen sie die Läufer. Im vergangenen Jahr kamen über 2300 Menschen — ein neuer Teilnehmerrekord. Los geht es am Freitagabend mit dem UpHill Prolog über 3,5 km, am Wochenende folgen FunTrail, BaseTrail, QuarterTrail und HalfTrail.
Höhepunkt ist der UltraTrail — fünfundsiebzig Kilometer und rund 2000 Höhenmeter, wobei die Strecke auch über den Gipfel des Fichtelbergs führt. Für viele Läufer ist so ein Ultra ein erfüllter Traum, und entsprechend sieht es im Ziel aus: Die Siegerin bewältigte die Strecke im vergangenen Jahr in etwa siebeneinhalb Stunden, der schnellste Mann blieb unter sieben.
Neudorfer Fichtelberglauf
Kurz, aber brutal. Die Strecke misst 9,4 Kilometer und steigt um 550 Höhenmeter von Sehmatal-Neudorf hinauf auf den Gipfel des Fichtelbergs (1215 m), des höchsten Bergs Sachsens — alles bergauf, ohne Verschnaufpause. Gelaufen wird seit 1987, und bis heute gilt der Lauf unbestritten als der härteste seiner Art in Sachsen; oben kommen alle an, egal was das Wetter auf dem Kamm gerade treibt.
Für die böhmische Seite hat er ein hübsches Detail: Den Streckenrekord der Männer hält seit 2014 Lukáš Bauer aus Boží Dar mit 35:27, den der Frauen lief 2015 Petra Nováková (40:53) — beide Spitzenlangläufer, für die der Fichtelberg der Hausberg ist. Und weil der Fichtelberg direkt über Boží Dar und dem Klínovec aufragt, ist es von der böhmischen Seite zum Start nur ein Katzensprung.
Die Grenze bedeutet hier wirklich fast nichts.
Wählen Sie Ihr Heimrennen — und eines jenseits der Grenze.
Wer sich aus dieser Auswahl eine eigene Saison zusammenstellt: Die böhmische Seite spannt derzeit den größeren Bogen — von kurzen Crossläufen über den Klínovec bis zum Oktober-MUTR am Bouřňák. Die sächsische Seite steuert sowohl den langen Ultra als auch kurze, gnadenlose Gipfelläufe bei. Zweimal geht es dabei über den Fichtelberg — einmal auf dem Ultratrail vom Rabenberg, einmal direkt hinauf von Neudorf. Es ist derselbe Gipfel, auf den man von Boží Dar aus schaut.
Planen Sie Ihr eigenes Laufjahr.
Vom Veranstaltungskalender bis zur Regionskarte — finden Sie Ihren Heimstart und bauen Sie die Saison darum herum.
