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Orthodoxe Kirche der hll. Peter und Paul in Karlsbad

Chrám sv. apoštolů Petra a Pavla · Krále Jiřího 1039/2b, 360 01 Karlovy Vary

Die orthodoxe Kirche der heiligen Peter und Paul gehört zu den auffälligsten Wahrzeichen des Kurorts Karlsbad. Ihre fünf vergoldeten Kuppeln ragen über dem Villenviertel Westend auf und sind von vielen Stellen der Stadt zu sehen. Der kurze Aufstieg von den Kolonnaden lohnt sich nicht nur wegen der Fassade, sondern auch wegen der geschnitzten Ikonostase und der stillen Atmosphäre einer lebendigen orthodoxen Kirche.

Geschichte

Eine orthodoxe Gemeinde gab es in Karlsbad schon lange vor dem Bau der heutigen Kirche. Die Sammlung für einen Neubau begann am 29. Juni 1862 unter der Schirmherrschaft der Großfürstin Jelena Pawlowna, denn der ältere Gebetsraum reichte für die wachsende Zahl russischer und serbischer Adliger sowie wohlhabender Kurgäste nicht mehr aus.

Der Grundstein wurde am 11. Juli 1893 gelegt. Den Entwurf erarbeitete Gustav Wiedermann aus Franzensbad nach Plänen des russischen Architekten K. A. Uchtomski; als Vorbild diente eine Kirche in Ostankino bei Moskau. Geweiht wurde der Bau am 9. Juni 1897, vollendet war er 1898.

Eine umfassende Restaurierung in den Jahren 2013-2015 brachte Fassade, Kuppeln und Innenraumdetails wieder deutlich zur Geltung. Heute wirkt die Kirche erneut wie eines der Schaufenster der westböhmischen Kurarchitektur.

Architektur

Der Bau steht auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes und trägt fünf vergoldete Zwiebelkuppeln, von denen die mittlere die übrigen überragt. Die Fassade ist reich mit plastischen und ornamentalen Details geschmückt, wie sie für byzantinisch-altrussische Kirchenarchitektur typisch sind.

Auch die Lage gehört zum Reiz: Die Kirche steht in einem Garten zwischen Jugendstilvillen am Hang oberhalb der Kurpromenade. Sie ist ein schöner architektonischer Abstecher aus dem Zentrum, besonders wenn man die ruhigeren Straßen des Westends erleben möchte.

Innenraum

Der Innenraum ist überschaubar, aber eindrucksvoll. Sein Hauptstück ist die geschnitzte hölzerne Ikonostase mit Ölikonen von Heiligen des russischen Malers Iwan Alexejewitsch Tjurin. Sie wurde ursprünglich für die Pariser Weltausstellung 1900 geschaffen und später nach Karlsbad gebracht, was ihr innerhalb des orthodoxen Erbes Mitteleuropas besonderen Wert verleiht.

Sehenswert sind außerdem die Fresken und Wandmalereien sowie das Bronzerelief Zar Peters des Großen von M. Hiller, das an Peters Kuraufenthalt in Karlsbad im Jahr 1711 erinnert.

Besuch

Die Kirche ist außerhalb der Gottesdienste meist frei zugänglich. Im Inneren sollte man leise bleiben und Rücksicht nehmen, falls Gebete oder eine Zeremonie stattfinden. Fotografieren wird meist geduldet, doch der sakrale Charakter des Ortes sollte Vorrang haben.

Für den Besuch reichen meist 20-40 Minuten. Die Kirche eignet sich für Architekturinteressierte, für Gäste, die der russischen Kurgeschichte Karlsbads nachgehen, und für alle, die oberhalb der belebten Kolonnaden einen ruhigen Stopp suchen.

Praktische Informationen

  • Öffnungszeiten: täglich 9:00-18:00
  • Eintritt: frei, eine freiwillige Spende ist willkommen
  • Gottesdienste finden regelmäßig statt; währenddessen ist der Raum den Gläubigen vorbehalten
  • Das umliegende Westend eignet sich gut für einen Spaziergang, der Weg aus dem Kurzentrum führt jedoch bergauf

Anreise und Kontakt

  • Adresse: Krále Jiřího 1039/2b, 360 01 Karlovy Vary
  • GPS: 50.2247, 12.8749
  • Zu Fuß vom Sprudel / der Sprudelkolonnade: etwa 900 m über Zámecký vrch, die anglikanische Lukaskirche und die Straße Petra Velikého
  • ÖPNV: Stadtbus Nr. 4 bis Krále Jiřího, danach kurzer Fußweg
  • Telefon: +420 607 183 023
  • E-Mail: onikolay@volny.cz

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