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Burg und Schloss Libá (Liebenstein)

Hrad a zámek Libá · Libá 9, 351 31 Libá

Burg und Schloss Libá, historisch Liebenstein, steht auf einem erhöhten Sporn über dem Libský-Bach nur 1,5 km von der deutschen Grenze entfernt. Die gotische Befestigung entstand Mitte des 13. Jahrhunderts als Sitz der Herren von Liebenstein, Ministerialen der kaiserlichen Pfalz in Eger. Heute wirkt der Ort wie ein vielschichtiges Grenzland-Ensemble: mittelalterliche Burg, barockes Schloss und lange Restaurierungsgeschichte zugleich.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1264, als Libá bereits zu den bedeutenden Adelssitzen des Egerlandes gehörte. 1346 verlieh König Johann von Luxemburg die umgebaute Burg dem Egerer Bürger Franz Gosswein. Später bekam der Ort einen rauen Ruf: 1509 mussten Egerer Bürger die Burg selbst belagern, nachdem ihr damaliger Herr sie als Stützpunkt für Überfälle auf Kaufmannskarawanen genutzt hatte.

Die größte Zerstörung brachte das Jahr 1647 im Dreißigjährigen Krieg, als schwedische Truppen unter Wrangel und Wittenberg die Burg verwüsteten. Nach dem Krieg kam das Areal an die Familie Zedwitz, die es 1719 wiederherstellte und zu einem repräsentativen Barockschloss umbaute. Um 1770 erhielt das Schloss Rokoko-Akzente; im 19. Jahrhundert wurden die Innenräume erneut verändert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss konfisziert und verfiel über Jahrzehnte. 1991 kaufte ein privater Eigentümer den Komplex mit dem Ziel einer Hotelnutzung. Die Restaurierung dauerte mehr als zwanzig Jahre, bis das Areal 2014 wieder für Besucher geöffnet wurde.

Architektur und Führungen

Das älteste Wahrzeichen ist der zylindrische romanisch-gotische Bergfried, ein 21 m hoher Wehrturm mit etwa 7 m Durchmesser. Das Hauptgebäude des Schlosses umschließt diesen älteren Turm auf unregelmäßig viereckigem Grundriss. Sehenswert sind das Wappen der Familie Zedwitz an der Ostfassade, historische Kachelöfen, Stuckdekor und Renaissance-Details in den Innenräumen.

Im Mittelpunkt der Besichtigung steht die Ausstellung Běh času - der Lauf der Zeit. Sie führt von den mittelalterlichen Fundamenten über den barocken Umbau bis zur heutigen Restaurierung. Die geführte Runde dauert etwa 50 Minuten und macht die vielen Schichten des Ortes gut lesbar.

Burg und Schloss stehen seit dem 3. Mai 1958 unter staatlichem Denkmalschutz.

Praktische Informationen

Der Komplex ist in Privatbesitz; wegen laufender Restaurierung bleiben einzelne Räume unzugänglich. Besichtigungen sind nur mit Führung möglich. Im Sommer ist das Schloss meist dienstags, donnerstags, samstags und sonntags in Vormittags- und Nachmittagsblöcken geöffnet, ungefähr 10:00-12:00 und 14:00-16:00 Uhr. Prüfen Sie den aktuellen Zeitplan vor der Anreise.

Parken kann man auf dem Platz im Zentrum von Libá, knapp 300 m vom Schloss entfernt. Im Ort gibt es außerdem ein Restaurant und die Pension Liebenstein.

Anreise und Kontakt

  • Adresse: Libá 9, 351 31 Libá
  • GPS: 50.1267, 12.2337
  • Telefon: +420 603 506 790, +420 733 616 722
  • E-Mail: j.h.ing@seznam.cz

Libá liegt etwa 15 km von Franzensbad und etwa 15 km von Eger entfernt. Die Straße 21 führt in den Ort; der nächste Grenzübergang ist nur rund 1,5 km entfernt.

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