
Kapuzinerkloster und Kirche des hl. Antonius von Padua
Kapucínský klášter a kostel sv. Antonína Paduánského · Komenského 77, 356 01 Sokolov
Das Kapuzinerkloster mit der Kirche des heiligen Antonius von Padua gehört zu den wichtigen Barockdenkmälern des Sokolover Landes. Die Anlage entstand 1663-1667 für die Kapuziner mit Unterstützung des Grafen Johann Hartwig von Nostitz; bis heute prägt die Kirche die Nordseite des Staré náměstí in Sokolov. Heute ist das frühere Kloster kein leerer Museumsort, sondern ein lebendiger Kulturraum mit Konzerten, Ausstellungen, Brauerei, VR-Vermittlung und Veranstaltungen.
Geschichte
Die ersten Kapuziner kamen 1663 nach Sokolov. Der Bau von Konvent und Kirche folgte 1664-1667, die Weihe fand am 20. Oktober 1667 in Anwesenheit von Bischof Maxmilián Rudolf Schleinitz statt. Die Gemeinschaft überstand die großen Stadtbrände von 1744 und 1753 ebenso wie die josephinische Aufhebung vieler Klöster im 18. Jahrhundert.
Der moderne Bruch kam nach 1948. Im Jahr 1950 wurde die Kapuzinergemeinschaft während der kommunistischen Aktion gegen Klöster gewaltsam aufgelöst, die Anlage ging an die Armee. Die Kirche wurde geschlossen und als Lager genutzt. 1961 übernahm die Stadt Sokolov das Areal und begann schrittweise mit der Rettung. Nach einer grundlegenden Sanierung in den 1990er Jahren wurde die Kirche 2002 zu einem modernen Ausstellungs- und Konzertsaal.
Architektur
Die Kirche des hl. Antonius ist ein gutes Beispiel frühbarocker Kapuzinerarchitektur: ein rechteckiger einschiffiger Bau mit zwei symmetrischen Seitenkapellen, Dreiecksgiebel an der Fassade und schlankem Türmchen mit Zwiebelhaube. Im Inneren gliedert ein Tonnengewölbe das Schiff in drei Abschnitte, daran schließt sich ein niedrigerer und schmalerer Chor an. Die Orgel von 1965 wurde aus dem abgebrochenen Kloster in Mariánská hierher übertragen.
Die Konventsgebäude umgeben einen quadratischen Kreuzhof von etwa 33 Metern Seitenlänge mit einer steinernen Brunneneinfassung in der Mitte. Unter der Kirche befindet sich eine 31 Meter lange Krypta, die als Grablege der Familie Nostitz diente.
Was man heute erleben kann
Die Kirche dient als Ausstellungs- und Konzertsaal für bis zu etwa 300 Besucher, mit Licht- und Tontechnik sowie restaurierter funktionstüchtiger Orgel. Die Seitenkapellen bieten kleinere Ausstellungsflächen.
Im Südflügel braut seit 2011 die Brauerei Permon Lagerbiere und Spezialbiere. Der Name verweist auf die Permoníci, Berggeister aus der Folklore des Erzgebirges, und verbindet den Ort mit der Bergbau- und Industrielandschaft um Sokolov.
Ein VR-Rundgang macht die Klosterräume im Rahmen des Projekts HAPTIKUS erlebbar. Außerdem wird das historische Konventmilieu für einen Escape Room sowie für private und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Praktische Informationen
Die Kirche ist meist während Ausstellungen, Konzerten und angekündigten Veranstaltungen zugänglich. Prüfen Sie vor dem Besuch das aktuelle Programm. Der Abstecher lässt sich gut mit dem Brauereirestaurant oder einem Spaziergang durch das historische Zentrum von Sokolov verbinden.
Anreise und Kontakt
- Website: klaster.sb-sokolov.cz
- Adresse: Komenského 77, 356 01 Sokolov
- GPS: 50.1790, 12.6373
- Betreiber: Sokolovská bytová s.r.o.
- Telefon: +420 359 808 622
- E-Mail: info@sb-sokolov.cz
- Reservierungen und Vermietung: mudra@sb-sokolov.cz, +420 731 410 386
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