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Kirche St. Michael Erzengel und Maria die Treue

Kostel sv. Michaela Archanděla a Panny Marie Věrné · Malé náměstí 25, 363 01 Ostrov nad Ohří

Die Kirche St. Michael Erzengel und Maria die Treue erhebt sich am Malé náměstí im alten Kern von Ostrov nad Ohří. Sie gehört zu den wichtigen Sakraldenkmälern der Region Karlsbad. Ihre Wurzeln reichen bis ins späte 13. Jahrhundert zurück, die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1384. In mehr als sieben Jahrhunderten verbanden sich hier Gotik, Renaissance und Barock - und seit 2011 bewahrt die Kirche eine seltene Reliquie von Papst Johannes Paul II.

Geschichte und Architektur

Ursprünglich war die Kirche dem hl. Nikolaus geweiht und diente der jungen Stadt Ostrov, historisch auf Deutsch Schlackenwerth. Ein schwerer Brand im Jahr 1567 führte 1568-1572 zu einem großen Renaissanceumbau. Dabei entstand eine dreischiffige Hallenkirche mit eingebauten Emporen, wie sie für die sächsisch geprägte Sakralarchitektur im Erzgebirge typisch ist: hell, weit und räumlich großzügig, mit Haupt- und Seitenschiffen von annähernd gleicher Höhe.

Barocke Umbauten im 18. Jahrhundert brachten einen wichtigen Teil der heutigen Ausstattung. Den Hauptaltar von 1752 schufen die Bildhauer J. J. Bayer, J. Berl und Karel Legát. Im selben Jahr baute Orgelmeister Johann Leopold Rausch eine neue Orgel, die 1941 eine pneumatische Traktur erhielt. Das Presbyterium trägt ein sternförmiges Netzgewölbe, die Taufkapelle ein Diamantgewölbe.

Der viereckige Turm mit barockem Kranzgesims und oktogonalem Aufsatz prägt den Platz. Nach einer Phase des Verfalls im 20. Jahrhundert wurde die Kirche 1989-1991 umfassend restauriert. 1995 wurde das Patrozinium um Maria die Treue erweitert, wodurch die Kirche stärker zum Wallfahrtsort wurde.

Reliquie von Johannes Paul II.

Der ungewöhnlichste geistliche Schatz der Kirche ist ein Reliquiar mit einem Blutstropfen von Papst Johannes Paul II., das seit Oktober 2011 hier aufbewahrt wird. Es enthält ein kleines Stück seines Messgewands mit Blut und macht die Pfarrkirche zu einem Ziel für Pilger aus Tschechien und dem Ausland.

Innenraum, Glocken und Epitaphe

Im Inneren sind Renaissancegrabplatten und Epitaphe adliger Familien erhalten. Besonders wertvoll ist das Schlik-Epitaph von 1521, ein steinernes Relief, das an eine der einflussreichsten Familien des erzgebirgischen Bergbauraums erinnert. Die Schliks kontrollierten Silbergruben in Jáchymov und stehen mit dem Joachimstaler, einem Vorläufer des Dollars, in Verbindung.

Das Geläut besteht aus einer historischen Glocke von 1673 und vier jüngeren Glocken aus dem Jahr 1923. Die Orgel von 1752 ist weiterhin spielbar und bei Gottesdiensten zu hören.

Besuch

Die Kirche ist vor allem zu den regelmäßigen Gottesdiensten zugänglich: sonntags um 9:00 und dienstags bis freitags um 18:00. Außerhalb dieser Zeiten wird der Innenraum gelegentlich für Besucher geöffnet, besonders im Sommer und bei Kulturveranstaltungen wie der Nacht der Kirchen. Den Zugang sollte man vorab bei der Pfarrei oder in der Tourist-Information Ostrov prüfen.

Der Eintritt ist frei; freiwillige Spenden unterstützen Erhalt und Betrieb.

Anfahrt und Kontakt

  • Website der Pfarrei: farnostostrov.cz
  • Adresse: Malé náměstí 25, 363 01 Ostrov nad Ohří
  • GPS: 50.3048, 12.9383
  • Tourist-Information Telefon: +420 354 224 950
  • Tourist-Information E-Mail: ic@ostrov.cz
  • ÖPNV: Haltestelle Ostrov (Zámek)
  • Parken: auf dem Malé náměstí und in den umliegenden Straßen

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