
Kirche St. Nikolaus und Elisabeth in Eger
Kostel sv. Mikuláše a Alžběty · Kostelní náměstí 15, 350 02 Cheb
Die Kirche St. Nikolaus und Elisabeth ist die älteste erhaltene Kirche in Eger und einer der großen Orientierungspunkte der königlichen Stadt, zusammen mit dem Schwarzen Turm und dem mittelalterlichen Špalíček. Seit mehr als acht Jahrhunderten steht sie am Kostelní náměstí. Ihre Mauern erzählen die Geschichte Egers in mehreren Schichten: romanische Basilika, gotische Hallenkirche, barocke Details und neugotische Turmspitzen, die heute wieder das Stadtbild prägen.
Geschichte und Architektur
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1239, als hier ein Altar geweiht wurde. Der Bau begann im frühen 13. Jahrhundert als dreischiffige romanische Basilika. Aus dieser ältesten Phase blieben die beiden mächtigen Türme, die Westfassade mit dem Eingangsportal und das Portal im nördlichen Seitenschiff erhalten - besonders wertvolle romanische Spuren in Eger.
Nach einem schweren Brand im Jahr 1270 wurde ein frühgotischer Chor mit polygonalem Abschluss angebaut. Die entscheidende Umformung erfolgte zwischen 1456 und 1476, als die Egerer Baumeister Meister Jiří und später Meister Erhard Bauer aus Eichstätt die Kirche zu einer großen spätgotischen Hallenkirche machten. Das Schiff ist etwa 50 Meter lang, 30 Meter breit und 21 Meter hoch; einst gab es hier vierzehn Altäre.
In der Barockzeit betreuten die Jesuiten die Kirche und bereicherten ihre Ausstattung. Im 18. Jahrhundert erhielten beide Türme neue Abschlüsse; der Südturm bekam eine barocke Zwiebelhaube des Architekten Balthasar Neumann. Die Türme sind 67 Meter hoch. Nach Blitzschlag 1742 und Bombenschäden am 20. April 1945 trugen sie jahrzehntelang nur provisorische Dächer. 2008 kehrten neugotische Spitzen nach dem Vorbild von 1869 zurück.
Im Inneren
Über dem Haupteingang sind neun Gesichter mittelalterlicher Baumeister zu sehen - ein ungewöhnliches Zeichen des Selbstbewusstseins der damaligen Steinmetze. An den Säulen blieben Fresken aus dem 15. Jahrhundert erhalten, die nach 2008 restauriert wurden, und farbige Glasfenster bringen mittelalterliche Motive in den Raum.
Das älteste Ausstattungsstück ist ein romanisches Taufbecken aus dem frühen 13. Jahrhundert. In der Begräbniskapelle steht der Sarkophag der Gräfin Sidonie Schlik, deren Überreste 2014 bei Untersuchungen in der Krypta gefunden wurden.
Turm und Krypta
Der Aussichtsturm ist seit 2014 für Besucher zugänglich. Der Aufstieg führt über 133 Stufen bis zur Glockenebene und dann über weitere 37 Stufen zur Aussichtsplattform. Von oben öffnet sich ein weiter Blick über die Altstadt von Eger und die Landschaft ringsum.
Auch die unterirdische Krypta kann besichtigt werden. Sie besteht aus einem zentralen Saal, drei kleineren Kammern und einem vermauerten Bereich mit erhaltenen Gebeinen; eine Ausstellung erklärt historische Bestattungsbräuche und Funde vom Ort.
Eintritt
| Bereich | Preis |
|---|---|
| Kirche + Krypta + Fotografieren | 20 Kč / 1 Euro |
| Aussichtsturm | 20 Kč / 1 Euro |
Praktische Informationen
Für Kirche und Krypta sollte man etwa 30-60 Minuten einplanen, für den Turm weitere 15-20 Minuten. Der Besuch eignet sich für Architekturfreunde, Stadtgeschichtsinteressierte und alle, die einen Blick über die Altstadt suchen; die Treppen im Turm sind stellenweise schmal.
Die Kirche liegt im historischen Zentrum von Eger, etwa 750 Meter nördlich des Náměstí Jiřího z Poděbrad. Öffnungszeiten können sich je nach Gottesdiensten und Saison ändern.
Anfahrt und Kontakt
- Website: farnostcheb.cz
- Adresse: Kostelní náměstí 15, 350 02 Cheb
- GPS: 50.0808, 12.3704
- Telefon: +420 354 422 458
- E-Mail: farnost@farnostcheb.cz
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